DIE BRASILIANISCHEN RHYTHMUSINSTRUMENTE

 

Zu der Zeit, als sich die lateinamerikanischen Rhythmusinstrumente entwickelten, war ein Kulturaustausch zwischen den einzelnen Völkern fast nicht möglich. Deshalb ist es erstaunlich, dass in den verschiedenen Ländern ähnlich klingende Instrumente entwickelt wurden, allerdings unterscheiden sie sich je nach Vegetation in der Bauweise.

 

SURDO:  Das Surdo ist das Bassinstrument des brasilianischen Schlagzeugregisters. Es sieht ähnlich aus wie eine Baslertrommel: ein hoher Metallkörper und zwei Felle. Man trägt das Surdo an einem Bandolier. Die rechte Hand spielt mit einem vorne stark verdickten harten Schlägel, die linke Hand ist für allfälliges Dämpfen verantwortlich. Wir benützen Anstelle eines Surdos ein Standtom oder eine Grosse Trommel. Das Surdo kommt in allen brasilianischen Tänzen vor.

 

CHOCALHO (Schüttelrohr):  Es erfüllt die gleiche Funktion wie die kubanischen Maracas. Es besteht aber im Gegensatz zu diesen aus einem ausgehöhlten Ast. Heute stellt man das Schüttelrohr auch aus Metall her. Es kommt in allen Tänzen vor.

 

RECO-RECO:  Das Reco-Reco entspricht dem Guiro und wird im Gegensatz zu diesem aus einem dicken Bambusast hergestellt, aus dem man das weiche Mark leicht entfernen kann und so einen Hohlraum erhält. Heute ersetzen Metallkörper den Bambusast. Es wird aber nicht das Metallrohr eingeritzt, sondern über einer Öffnung im Metallkörper werden drei Federn gespannt, über die man mit einem Stab fährt. Dieses Metall-Reco-Reco unterscheidet sich im Klang stark vom Guiro, denn es klingt es nach. Man setzt das Reco-Reco bei allen Tänzen ausser beim Bossa Nova ein.

 

PANDEIRO:  Das Pandeiro entspricht genau unserem Schellentambourin. Man spielt es im Samba und im Baion.

 

TAMBORIM:  Das Tamborim ist eine handflächengrosse Trommel. Es sieht aus wie ein stark verkleinertes Tambourin ohne Schellen. Die Hand, die es hält, dämpft zugleich, die andere spielt mit einem harten Schlägel. Es kommt im Samba vor.

 

AGOGO:  Das Agogo sieht aus wie zwei verkleinerte, spitzige Cowbells, die miteinander verbunden sind. Man sollte es so in die Finger nehmen, dass man beide Bells dämpfen kann. Am besten tönt es, wenn man statt auf die offene Kante (wie beim Cowbell) seitlich auf den Körper schlägt. Das Agogo eignet sich für alle Tänze ausser dem Bossa Nova.

 

CUICA:  Die Cuica ist ein ganz spezielles Instrument. Es ist eine einfellige Metalltrommel. Von der Mitte des Fells aus, das dafür extra ein Loch hat, geht ein Holzstäbchen in den Körper der Cuica, welcher als Resonanzraum dient. Zum Spielen reibt man einen nassen Lederlappen dem Stäbchen entlang. Das gibt einen ausgefallenen Klang, am ehesten mit dem menschlichen Stöhnen zu vergleichen. Die Klanghöhe kann man varieren, indem man auf das Fell drückt. Die Cuica kommt nur in einer bestimmten Sambaart vor, dem Samba Batucada.

 

CABASA:  Die Cabasa war früher ein Kürbis, der mit Perlenketten umgeben wurde. Drückte man die Perlen gegen den Kürbis und drehte man sie dabei leicht, ergab sich ein Schnarrgeräusch. Heute gibt es vor allem Cabasas aus Metall. Man braucht sie im Samba, Bossa Nova und im Baion.

 

TRIANGEL:  Die Brasilianer haben eine ganz spezielle Spielart: Sie hängen den Tdangel über den Zeigefinger, brauchen also keine Aufhängung. Mit der Hand, die ihn hält, dämpft man den Triangel. Sein typischer Rhythmus sieht so aus:

 

 

 

 

 

             o ungedämpft

             + gedämpft

 

Dieser Rhythmus ist im schnellen Tempo sehr schwierig. Er ist typisch für den Samba.

 

CAIXA:  Die Caixa entspricht unserer Kleinen Trommel, nur ist ihr Durchmesser kleiner. Man setzt sie im Samba und im Maracutu ein.

 

CAIXETA:  Ist wie ein Woodblock oder ein Tempelblock.

 

PRATOS:  Sind unsere Paarbecken. Sie werden nicht als Rhythmusinstrumente

gebraucht. Sie werden als Effekt eingesetzt, wenn die Musik intensiver wird. Ihre Stimme setzt sich lediglich aus zwei Schlägen zusammen, wobei man den einen klingen lässt, und den andem sofort abdämpft:

 

 

 

 

ATABAQUE:  Ist das brasilianische Konga.

 

BONGO:  Die brasilianischen Bongos entsprechen genau den kubanischen und werden

auch gleich gespielt und eingesetzt.

 

APITO:  Wir sagen diesem Instrument Sambapfeife. Man kann darauf drei verschiedene

Töne spielen. Die Sambapfeife wird in Brasilien nie als Rhythmusinstrument eingesetzt,

wie man das bei uns hört. Es gibt in Brasilien Sambaschulen und grosse Sambachöre.

Die Sambapfeife dient einzig und allein der Anzeige und Vorbereitung von Übergängen.

Der Sambapfeifer ist also der Chef der Gruppe.