Wir unterscheiden zwischen Paarbecken, auch Schlagbecken oder Cinellen genannt, und Hängebecken oder Standbecken.
Die Becken gehören zu den ältesten Schlaginstrumenten. Ihr Ursprung ist asiatisch. Zwar gab es dort erst die sogenannten Fingerzimbeln, die wir heute noch für spezielle Effekte brauchen. Diese etwa 6 cm grossen Becken wurden von den Tempeltänzerinnen zum Tanz geschlagen, analog den Spanierinnen, welche zu ihren eigenen Kastagnettenrhythmen tanzen.
Ein Krieg bringt immer auch einen Kulturaustausch. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, während den sogenannten Türkenkriegen, übernahmen die Mitteleuropäer mehrere Instrumente der Janitscharen. Die Becken der Janitscharen haben die Form eines China-Beckens, d.h., der Rand ist nach aussen gewölbt.
Zuerst entdeckte das Militär den Reiz der Becken, und wie bei den Janitscharen wurden Grosse Trommel und Becken immer gekoppelt gespielt. Die Einführung der Becken in die höhere Kunstmusik wird Christoph Willibald Gluck zugeschrieben. Mit der Entwicklung des romantischen Orchesters zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Becken zu Stamminstrumenten des Schlagzeugs.
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Nun zur Bau- und Spielweise der Becken: Becken sind gewölbte Scheiben aus Messing oder Bronze. Sie werden an einem in der Mitte befestigten Ledergriff gehalten.
Becken erzeugen keinen Ton, sondern ein zischendes Geräusch. Die Legierung und das spezifische Gewicht des Materials sowie der Durchmesser der Becken bestimmen die Klanghöhe und die Klangfülle. Die grössten Schwingungen entstehen am Rand, da wo die Becken aufeinandertreffen. Die Obertöne (ein unharmonisches Obertonspektrum) bilden sich in der Kuppe, oder in der Glocke, d.h., in der Mitte des Beckens. Das Ziel des Beckenspielers sollte sein, dass sich die Becken beim Schlag am Rand gleichzeitig und schnell berühren, damit sich der Klang sofort entwickeln kann. Hat man viele Schläge hintereinander zu spielen (z.B. in einem Marsch), empfiehlt sich eine einfache Haltung: Man hält den einen Arm ganz ruhig und führt mit dem andern Kreisbewegungen aus. Auf diese Art wird das ringsherum gleichzeitige Aufschlagen am besten gewährleistet. Je nach Grösse der Kreisbewegung des „Spielarmes“ wird der Schlag laut oder leise. Man sieht oft Spieler, die im piano nur Kante gegen Kante schlagen, etwa so:
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Aber dann tönt es nicht nur leise, sondern es entsteht ein völlig anderer Klang, weil sich die
Schwingungen nicht ringsherum ausbreiten. Bei der zuerst beschriebenen Haltung ist das piano etwas schwieriger, denn man hört sofort, wenn die Ränder nicht gleichzeitig aufeinander treffen.
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Einzel- und Soloschläge werden anders gespielt. Hier holen beide Arme aus. Wichtig sind ein guter Stand und eine gewisse Körperspannung. Dann erst zieht man beide Arme hoch, eher von unten nach oben oder vom Körper weg. Ist der Schlag vorbei, hält man die Becken zum Publikum hin. Den allerschönsten Klang erhält man, wenn man im Moment des Schlages den Griff leicht löst. Damit erreicht man die optimale Schwingung der Becken.
Das bringt mich noch auf etwas, das man oft sieht. Anstelle der einfachen Ledergriffe werden manchmal Holzgriffe oder etwas Fell montiert, um die Finger zu schonen. Dies ist absolut nicht zu empfehlen, weil, wie schon früher erwähnt, die Obertöne in der Kuppe entstehen und diese deshalb frei sein muss.
Becken halten nicht ewig. Nachdem man sie eingespielt hat dauert ihre Blütezeit etwa 4 bis 10 Jahre, nachher sind sie durchgeschlagen, d.h., das Material wird spröde. Die Dauer der Blütezeit hängt natürlich vom Material und von der Bauweise ab.
Das Angebot an Becken ist sehr gross. Da aber auch von derselben Marke und Grösse nicht zwei Paare gleich tönen, ist es wichtig, dass man darauf besteht, mehrere Paare auszuprobieren. Ideal ist es, wenn ein Blasmusikcorps ein Paar schwere Konzertbecken und ein Paar leichtere Marschbecken besitzt. Konzertbecken können pro Becken über zwei Kilo wiegen und eignen sich deshalb nicht fürs „Am-Stück-schlagen“. Marschbecken hingegen sind zu klein, um schöne Soloschläge zu ermöglichen. Gute Konzertbecken zeichnen sich dadurch aus, dass man für einen sehr starken Schlag nicht das Letzte aus dem Instrument holen muss.
Hängebecken unterscheidet man nach ihrer Funktion. Beim kombinierten Schlagzeug kennt man das Crash-Becken für Einzelschläge (grosser Raumeffekt), das Ride-Becken für den durchgehenden Swingrhythmus (man hört den Schlag genau, es rauscht nur fein) und für spezielle Effekte das China-Becken und das ganz feine Splash-Becken. Aufgehängt werden die Becken an besonderen Ständern, die ein Gelenk haben, um das Becken in den gewünschten Winkel zu legen. Damit nichts mitklingt, liegt das Becken auf Filz, den man aber nicht allzu fest anziehen sollte, um möglichst wenig Klang abzudämpfen. Es gibt auch Beckenständer, die mit einer Ablage und anderen Haltern kombiniert sind (z.B. für Triangel, Woodblock etc.). Hier liegt das Becken horizontal.
Es gibt spezielle Beckenschlägel. Sie haben einen harten Filzkopf. Am meisten klingt das Becken, wenn man am Rand spielt. Ein Becken birgt aber viele Klänge in sich, je nachdem wo und womit man es anschlägt. Ausser Beckenschlägel werden auch Trommelschlägel, Triangelschlägel, Besen oder Kesselpaukenschlägel vorgeschrieben. Der Fantasie der Komponisten werden ja keine Grenzen gesetzt.
Zu erwähnen bleibt noch das Sizzle- oder Nietenbecken. Bei diesem Becken muss etwas „mit-tschäderen“. Es gibt verschiedene Bauarten, etwa Becken mit Löchern, in die man die Nieten festmacht oder einen Nietenteppich, den man oben auf den Beckenständer schraubt.
Becken werden oft zusammen mit der Grossen Trommel notiert. Man kennt die Notation mit Noten oder mit Kreuzen anstelle von Notenköpfen. Die Stimme sollte aussagen, ob Schlag- oder Hängebecken verlangt wird. Wenn Wirbel vorkommen, handelt es sich mit Sicherheit um ein Hängebecken. Ein Bogen, der von einer Note aus ins Leere geht, bedeutet, dass man das Becken klingen lassen soll, ebenso die Buchstaben l.v., let vibrate. Auch bei den Becken müssen die Notenwerte genau ausgehalten werden.